Schmuck für Außerirdische

Das Thema: „Stellen Sie sich vor: Sie sind zu einem großen transplanetaren Empfang eingeladen, wo Sie intelligente und außergewöhnliche Wesen von einem anderen Planeten treffen werden. Ihr Schmuck dient Ihnen als Kommunikationsmittel, um mit diesen fremden Wesen in Kontakt zu treten.“

Selten fand ich ein Wettbewerbsthema spannender, provokanter und phantastischer! Es war im wahrsten Sinne des Wortes „aus der Luft gegriffen“. Dieser Gedanke war so absurd, dass man beim Nachdenken tatsächlich an die Grenzen des Möglichen und sogar des Denkbaren stößt. Gerade deshalb hat es mich veranlasst über grundlegende Probleme von Kommunikation im Allgemeinen nachzudenken und im Speziellen über die Aussagefähigkeit des Mediums Schmuck.

Das Problem besteht einerseits darin, dass wir vom angenommenen Rezipienten gar nichts wissen (so abstrakt war noch keine Zielgruppe!) und andererseits, weil wir ein Medium benutzen wollen dessen Wirkungsweise, selbst unter uns Menschen, äußerst uneinheitlich ist.

Ich stellte mir viele Fragen: Können diese Wesen hören, sehen, riechen, fühlen, sprechen... oder kommunizieren sie anders? Sind sie aus Materie? Haben sie Hände und Füße... einen Kopf... oder fließen sie einfach hin und her...?

Kommunikation setzt Gemeinsamkeiten voraus (chemische, physikalische, biologische, gesellschaftliche usw.)

Eine logische Schlussfolgerung verdeutlicht die Absurdität des Themas: Wenn diese Wesen bereits den Weg zu uns gefunden haben, dann ist das nicht unser erster Kontakt...

Wenn sie zu uns gekommen sind (und nicht wir zu ihnen), dann müssen sie in Ihrer Entwicklung wesentlich weiter sein?! ...Dennoch wissen wir aufgabengemäß nichts von einander. Also frage ich mich: Wird es ihnen auffallen, wenn ich z.B. nackt zum Empfang komme? Woher sollen sie wissen, dass etwas an mir Schmuck ist, und vor allem für die Kommunikation mit ihnen bestimmt ist? Kann das mein Hund wissen? Über ihn weiß ich mehr.

Ich kann also nichts vorbereiten. Ich kann mittels Form keinen Inhalt, keine Information nicht ein mal ein Gefühl vermitteln, wenn ich nicht weiß wie! Ich nähme nur an, dass ihre Logik wie unsere menschliche funktioniert, dass diese Wesen über ähnliche Sinne verfügen und ein Selbstbewusstsein haben, also auch ein Bild von sich selbst. Deshalb habe ich einen Schmuck gemacht in dem der außerirdische Betrachter im Moment der Begegnung etwas entdeckt, was ihm vertraut ist- sein eigenes Bild. Dieser Schmuck bleibt offen für Begegnungen jeder Art und ist nicht durch (Vor)urteile belastet. Die internationale Juri bestand leider nur aus „Erdlingen“, was nicht nur mich an ihrer Kompetenz und Entscheidung zweifeln ließ!

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